Facebookkommentar - Arm für einen Monat
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Da haben Daniel und das Morgenteam was losgetreten. Die drei versuchen gerade im Selbstversuch nachzufühlen, wie es ist arm zu sein. Und lernen dabei Menschen kennen, die wirklich arm sind. Die jeden Cent zweimal umdrehen müssen. Und die so mutig sind und ihre persönliche Geschichte erzählen.

Wir haben ganz viele Reaktionen darauf bekommen – auch die von Tanja. Sie hat auf der RT1-Facebookseite gepostet: "Jeder ist selbst für sich verantwortlich. Armut hat man sich selbst zuzuschreiben."

Stimmt das?

 

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Diese erschütternde Geschichte hat uns Jutta aus Augsburg auf diesen Kommentar hin erzählt:

Die Meinungen gehen auseinander:

Simone schreibt: Totaler Schwachsinn! Es gibt viele Rentner, die ihr Leben lang hart arbeiten gegangen sind und im Alter in Armut leben...und sie sollen selbst dran schuld sein?

Steffen schreibt: Tanja hat irgendwie schon recht. Wenn du 2 Jobs brauchst um über die Runden zu kommen, liegt das an dir. An deiner schulischen Bildung, dem Job etc. Aber es ist eben immer leichter anderen die Schuld daran zu geben

Tatjana schreibt: Jeder kann in so eine Misslage gelangen. Finde den Kommentar dumm und unüberlegt. Stell dir vor du wirst krank 🤒 und kannst deinen Beruf nicht nachgehen da fängt das Drama schon an...

Arm für einen Monat - das Sozialexperiment
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Das RT1-Sozialexperiment

Bei uns in Augsburg wohnen statistisch gesehen die ärmsten Bürger Bayerns. Im Durchschnitt verdient der Augsburger im Monat 1.533 Euro netto. Wer nur 60 Prozent des Durchschnittsnettoeinkommens verdient - das wären 919 Euro im Monat - der gilt offiziell als armutsgefährdet. Das sind in Augsburg aktuell 16 Prozent der Bevölkerung. Das ist jeder Sechste! Wer nur die Hälfte des Durchschnittseinkommens hat - das sind 766 Euro - der gilt als arm.

Wir finden: Darüber wird zu wenig gesprochen. Und deshalb wagen wir ein Sozial-Experiment. Wir wollen versuchen am eigenen Leib zu spüren, wie sich Armut anfühlen kann... Wir werden einen Monat lang versuchen mit dem auszukommen, mit dem Menschen auskommen, die arm sind.

Mit der Hilfe von Experten haben wir ein möglichst realistisches Monatsbudget errechnet. Natürlich ist uns bewusst, dass wir bestenfalls erahnen können, wie sich Armut anfühlt. Denn die Sorgen und Ängste, die jemanden quälen, der wirklich betroffen ist, werden wir nicht im Ansatz nachfühlen können.

*) Mit 50% des Durchschnittseinkommens gilt man in Deutschland als arm. Der ungefähre Finanzbedarf einer wie oben beschriebenen Familie liegt dann bei ca. 1.300 – 1.600€, abhängig von sehr vielen Faktoren. Abzüglich der Miete bleiben verfügbar ca. 700€. Der Wert ist exemplarisch angenommen. Die tatsächliche finanzielle Situation der als arm geltenden Familien sind individuell sehr unterschiedlich.