Der Eichstätter Finanzskandal kurz zusammengefasst

Die katholische Kirche wird wieder von einem Finanzskandal erschüttert. Es trifft ausgerechnet das Vorzeige-Bistum Eichstätt. Alles, was Sie zu dem Vorfall wissen müssen:

 

Was ist passiert?

Ein ehemaliger Mitarbeiter soll 60 Millionen US-Dollar (ca. 48,5 Mio €) aus dem Vermögen der Diözese in ungesicherte Darlehen gesteckt haben. Das Geld wurde Medienberichten zufolge auf dem amerikanischen Immobilienmarkt als Kredite vergeben, ohne dass die Projekte aber zum Beispiel durch eine Grundschuld abgesichert wurden. Es ist die Rede von rund 30 Fällen. Neben dem Ex-Mitarbeiter wird auch ein Immobilien-Projektentwickler beschuldigt, an den Machenschaften beteiligt gewesen sein.

 

Wie kam der Fall auf?

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hatte 2015 eine Transparenzoffensive gestartet, um für den Bürger die Finanzvorgänge in der Kirche verständlicher zu machen. Letzten Sommer kamen diese Fälle im Zuge dieser Reform ans Tageslicht. Das Bistum hat anschließend selbst Anzeige erstattet und danach die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

 

Woher stammt das Geld?

Das Bistum Eichstätt erwirtschaftet eigenen Angaben zufolge etwa ¾ seiner Einnahmen über die Kirchensteuer. Laut dem Haushaltsplan 2018 rechnet die Diözese dieses Jahr mit 118 Millionen Euro, die über die Steuer eingenommen werden sollen. Die nächst-größte Einnahmequelle sind sog. ‚Zuschüsse Dritter‘ (ca. 25 Millionen Euro). Gleichzeitig werden jedes Jahr etwa 84,5 Millionen Euro in Personalkosten investiert; das ist ziemlich genau die Hälfte aller Ausgaben.

 

Ist das Geld weg?

Das Bistum versucht eigenen Angaben zufolge einen Teil des Geldes irgendwie wieder zurück zu bekommen. Wie hoch die Erfolgschancen sind, könne aber nicht abgeschätzt werden. Deshalb weiß auch noch niemand, wie hoch der Schaden tatsächlich ist.

 

Wer ermittelt gegen wen?

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt sowohl gegen den Ex-Mitarbeiter, als auch gegen den Immobilien-Projektentwickler wegen Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr. Bei dem Ex-Mitarbeiter soll es sich den Berichten zufolge um den ehemaligen stellvertretenden Finanzdirektor handeln.

Weitere Informationen will das Bistum Eichstätt heute Mittag (06.02., 13:30 Uhr) bei einer Pressekonferenz bekannt geben.

(ff)

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https://www.rt1.de/der-eichstaetter-finanzskandal-kurz-zusammengefasst-55209/
2018-02-06T08:20:09+01:00
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