Hundedrama von Königsmoos: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tierarzt

Die Ermittlungen zum Hundedrama von Königsmoos haben eine Wendung genommen: Einem Beitrag der RTL-Fernsehsendung Stern TV zufolge ist jetzt auch ein Tierarzt in den Fokus der Ermittlungen geraten. Tierschützer hatten für die Rettung der Hunde einen Kauf inszeniert. Der Tierarzt soll die Tiere für einen reibungslosen Ablauf des Geschäfts mit gefälschten Impfpapieren ausgestattet haben. Die Staatsanwaltschaft prüft jetzt ein Ermittlungsverfahren gegen ihn. Auch gegen den Hundehalter wird ermittelt. Er soll etwa 100 Hunde auf seinem verwahrlosten Anwesen in Obermaxfeld gehalten haben. Der Großteil der Tiere ist mittlerweile in Tierheimen untergebracht.

Das Neuburger Tierheim muss nach der spektakulären Rettungsaktion zum Beispiel 41 zusätzliche Hunde versorgen. Die Unterbringung der verwahrlosten Tiere dürfte pro Jahr knapp 230.000 Euro kosten. Das schätzt Tierheim-Leiter Gerhard Schmidt. Diese Kosten übernimmt vorerst das Landratsamt – und damit der Steuerzahler. Der Tierschutzverein kann die zusätzlichen Kosten nicht stemmen, denn er finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Bayern ist nämlich das einzige Bundesland, das Tierheime nicht bezuschusst.

Heute stehen in Obermaxfeld weitere Rettungsaktionen an. Außerdem ist das Veterinäramt noch mal vor Ort, um zu klären, wie viele Hunde sich tatsächlich noch auf dem Gelände befinden. (cg)

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2018-11-22T09:52:36+01:00
HITRADIO RT1 Augsburg