Kinder aus vermüllter Wohnung in Schwabmünchen befreit: Eltern zu Bewährungsstrafen verurteilt

Das Augsburger Amtsgericht hat Vater und Mutter jeweils zu einem Jahr und acht Monaten Haft verurteilt. Vier Jahre lang wird ihnen ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Zudem müssen sie die Kosten des Verfahrens tragen. Sie hatten ihre Kinder schwer vernachlässigt und wurden unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. Die Kinder sind zwischen einem Jahr und neun Jahren alt und in einer völlig vermüllten Wohnung aufgewachsen. Teilweise lagen Glasscherben herum, an denen sich eine vierjährige Tochter der Angeklagten schnitt. Zudem hatten die Eltern ihre Kleinen über Monate hinweg in den Kinderzimmern eingesperrt: Sie konnten nicht auf die Toilette gehen und wurden so gezwungen, in die Zimmer zu urinieren. Die älteste Tochter steckte getrocknete Nudeln durch die Schlüssellöcher, weil ihre kleineren Geschwister Hunger hatten. Im April schalteten sich Polizei und Jugendamt ein, nachdem die Kinder am Fenster auf sich aufmerksam gemacht und Nachbarn Hilfe geholt hatten. Die Geschwister wurden in Heimen untergebracht, der einjährige Sohn lebt in einer Pflegefamilie. Die Eltern begründen ihr Verhalten vor Gericht mit Depressionen und betonten froh darüber zu sein, dass die Polizei auf die Situation aufmerksam wurde. Beide sind in psychologischer Behandlung. Bewährung bekamen sie, weil sie die Taten bereuen, den Kindern durch ihr Geständnis Aussagen erspart haben und beide wieder einen Job haben – also aktiv versuchen, ihr leben wieder in richtige Bahnen zu lenken. (jeh)

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https://www.rt1.de/kinder-aus-vermuellter-wohnung-in-schwabmuenchen-befreit-eltern-nennen-depressionen-als-ursache-48700/
2017-12-01T15:59:53+01:00
HITRADIO RT1 Augsburg