Zen-Priester aus Dinkelscherben muss wegen Kindesmissbrauchs fast 8 Jahre hinter Gitter

Zen-Priester Genpo D. aus Dinkelscherben muss wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sieben Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das hat das Augsburger Landgericht am Dienstag entschieden. Vor Gericht machte der 62-Jährige einen niedergeschlagenen Eindruck: Sein Blick war gesenkt, er zitterte immer wieder und nahmdas Urteil regungslos zur Kenntnis. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Gefängnis gefordert, der Verteidiger hielt maximal sechs Jahre für angemessen. Der 62-Jährige hatte zugegeben, sich über Jahre hinweg an mehreren Jungen vergangen zu haben. Die Opfer des buddhistischen Priesters waren bei den Taten zwischen 4 und 13 Jahre alt. Darunter waren auch Jungen in schwierigen Lebenslagen: Einem Buben sollte er eigentlich bei der Trauerbewältigung helfen, weil dessen Vater gestorben war. Ein anderes Opfer war ein Flüchtlingsjunge, den er ehrenamtlich betreute. Ein weiterer Junge wollte in dem buddhistischen Tempel seine Drogensucht bekämpfen. Der Angeklagte hat angekündigt, rund 35.000 Euro an die Opfer zu zahlen. Außerdem will er nach eigener Aussage im Gefängnis eine Therapie machen. Vor dem Bekanntwerden der Vorwürfe war Genpo D. ein angesehener Mann: Er begleitete unter anderem Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl auf Auslandsreisen. Der Mann ist selbst Familienvater und ehemaliger Polizist.

Verteidiger Hermann Kühn:

Anwältin Marion Zech vertritt mehrere Opfer des Mannes:

(az/jeh/ah/mac)

800 800
https://www.rt1.de/lange-haftstrafe-fuer-zen-priester-aus-dinkelscherben-32010/
2017-07-11T17:44:35+02:00
HITRADIO RT1 Augsburg