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Geständnis im Mordprozess gegen Horst K. aus Friedberg

Horst K. soll seine 37-jährige Frau im November 2015 in der gemeinsamen Wohnung in Friedberg brutal ermordet und zerstückelt haben. Er gab die Tat vor Gericht zu und schilderte den Mord im Detail.  Er habe seine Frau getötet, weil er gewusst habe, wie verzweifelt sie sein würde, wenn er sich etwas antue. Die Anklage wirft ihm vor, den Mord an der Philippinerin von langer Hand geplant zu haben, um in Thailand neue Frauen kennenzulernen. Kurz nach dem Mord flog er nach Bangkok. Da er zuvor Geld vom Konto seiner Frau abbuchte, wird ihm Mord aus Habgier vorgeworfen. Ein Urteil könnte Mitte November fallen. Den Prozessauftakt haben wir mit einem Liveticker aus dem Gerichtssaal im Augsburger Landgericht begleitet - das Minutenprotokoll zum Nachlesen...

14:55 Uhr

Ende des ersten Verhandlungstages. Die RT1-Reporter verfolgen den Prozess natürlich in den kommenden Tagen für Euch weiter. 

14:40 Uhr

Bereits am 7. November habe sich Horst K. im Internet nach einem Lager für Leichenstücke erkundigt.
Weitere Suchbegriffe vor der Tat: "Tödliche Kopfschläge", "Wann fängt menschliches Fleisch an zu stinken?", "Schnelles Flugticket ab München". 

14:33 Uhr

Im beruflichen und familiären Umfeld sei man vor der Tat davon ausgegangen, dass es dem Ehepaar wieder besser gehe und die größten Schwierigkeiten überwunden seien. 

14:25 Uhr

Der Angeklagt habe damals angegeben, dass er Grace K. umgebracht habe, um sich selbst umbringen zu können. Er habe zudem angegeben an das Geld seiner Frau rankommen zu müssen, um seine Suizidpläne in Thailand verwirklichen zu können. Der Polizeibeamte schildert, wie der Angeklagte damals von seiner grauenhaften Tat erzählte: "Da sie noch röchelte, überzog er ihren Kopf mit einer Plastiktüte, drückte mit einem Kissen zu und hielt ihre Hand, bis sich nichts mehr rührte." Es habe auch Überlegungen gegeben, die Leiche in einem See zu versenken, doch dem Angeklagten war die Entdeckungsgefahr zu groß. 

14:05 Uhr

Es geht weiter. Der ermittelnde Polizeibeamte sagt aus. Man habe Ende Dezember die Vermissten-Anzeige aufgenommen und herausgefunden, dass der Angeklagte nach Thailand geflogen und in Frankfurt wieder eingereist sei. Hinweise auf seine Frau gab es keine. Die Polizei habe ihn in einer Gaststätte in Hessen festgenommen und in Bayern verhört. Er habe zuerst mit den Tränen gekämpft und angegeben, dass er seine Frau zerstückelt hat, wirkte dann aber sehr schnell wieder sachlich und analytisch. 

11:49 Uhr

Prozesspause 

11:47 Uhr

Das Abschieds-Dokument wird verlesen: "Wenn dieses Dokument gelesen wird, bin ich im Gefängnis oder tot. Ich hoffe auf das Letztere."
Er hatte Angst vor Frauen: "Nie hab ich es geschafft eine Frau anzusprechen." Durch das Internet hat er festgestellt, dass er sich viel mehr zu Asiatinnen hingezogen fühlte. Dort ist er auch der Liebe seines Lebens begegnet: Grace K.. Er hat ihr nicht von seinen Schulden und seiner Impotenz erzählt.

11:30 Uhr

Beweisaufnahme: Der Hammer (Fäustling) wird gezeigt, mit dem Horst K. seine Frau mehrmals auf den Kopf geschlagen hatte. Ein fast 2 kg schwerer Hammer. "Um Gottes Willen", entfährt es einer Frau aus dem Publikum.

11:22 Uhr

Seine Aussagen widersprechen sich. Er erzählt, seine Frau könne ohne ihn nicht leben. Jetzt berichtet er aber davon, seine Frau hätte sich immer weniger mit ihm beschäftigt. Das Smartphone war wichtiger und sie sei immer unkonzentrierter geworden. Grace K. ließ mehrmals den Herd an. Sie hat Überweisungen in Höhe von Tausend Euro getätigt.

11:09 Uhr

Horst K. hatte eine der Frauen, die er im Thailandurlaub getroffen hat, bereits vorab im Internet kontaktiert. In seiner Stellungnahme spricht er von einer interessanten Frau, die ihm all seine Wünsche erfüllen könnte. Außerdem wurden bei ihm Bilder von kindlich aussehenden asiatischen Mädchen gefunden. Seiner Aussage nach nur Internetbekanntschaften. 

11:03 Uhr

Der Staatsanwalt spricht WhatsApp-Nachrichten an, die wohl vom Handy des Opfers in der Nacht des Mordes geschrieben wurden. Zu diesem Zeitpunkt war Grace K. schon tot. Der Angeklagte Horst K. will sich nicht erinnern. Zuerst. Letztendlich gibt er zu: "Ich hatte die ganze Zeit Angst, dass jemand kommen könnte". 

11:01 Uhr

Es geht immer noch um den Thailand-Aufenthalt und den Suizidplan. Er hatte verschiedene Gedanken und Pläne, schafft es letztendlich aber nicht, weil in Thailand so viel los war. So viel nächtlicher Betrieb. (Leises Gelächter im Saal) Er sagt: "Ich habe einfach nicht mehr den Mut gehabt."

10:51 Uhr

Den Richter interessiert was aus dem Suizidplan geworden ist. Horst K. gibt an, mehrmals in Thailand versucht zu haben sich das Leben zu nehmen. Es sei aber nie das richtige Hotel dabei gewesen. Mit Schnaps wollte er sich Mut antrinken um vom Dach zu springen. Doch er glaube letztendlich nicht daran, dass ein Sprung aus dieser Höhe ihn umbringen würde. 

10:49 Uhr

In diesem Urlaub hat er zwei Frauen getroffen. Die erste wollte ihn -laut Horst K.- nur ausnehmen. Mit der Zweiten hatte er auch Sex. Allerdings war diese Beziehung nicht von langer Dauer. Er litt unter seiner Tat. Sobald er die Augen geschlossen hatte, dachte er an die Tat.

10:48 Uhr

Jetzt geht es um den Urlaub in Thailand. Den er kurz nach dem Mord antrat.

10:46 Uhr

Den ganzen Nachmittag verbringt er damit die Leiche zu teilen und in die Boxen verstauen. Alles unter Einfluss von Alkohol.

10:26 Uhr

Beim ersten Schlag lag Grace K. auf dem Rücken. Danach öffnete sie die Augen. Sonst gab es keine Regung. Der Richter bohrt nach: "Wie viele Schläge? Was haben Sie danach getan?".

10:22 Uhr

Er erzählt von der Nacht wie er neben der schlafenden Grace K. liegt. Er ist immer wieder aufgestanden. Wollte es tun, dann wieder doch nicht. Hat sich wieder hingelegt, wieder aufgestanden und dann "ist es passiert". Er schluckt bei diesen Worten merklich.

10:20 Uhr

Er spricht selbst: "Ich wollte unbedingt aus dem Leben scheiden. Ich habe alles Positive in meinem Leben verdrängt und nur negativ gesehen. An diesem Abend wusste ich, was ich vorhabe, aber ich wollte es nicht tun. Ich habe gehofft, vielleicht noch eine andere Lösung zu finden. Einfach wegfahren und nicht mehr wieder kommen." Der Richter hakt nach. "Wenn ich sie verlassen hätte, hätte sie sich selbst etwas angetan. Sie hat schon oft von Schlaftabletten gesprochen", Horst K. kämpft mit den Tränen.

10:15 Uhr

In der schriftlichen Stellungnahme ist von beruflicher Überforderung die Rede. Horst K. leidet seit Jahren unter starken Kopfschmerzen. Er glaubte nicht mehr lang leben zu können. Bereits 2014 hatte er Suizidgedanken. Der Plan: Sich selbst und seine Frau umzubringen.

10:12 Uhr

Horst K. wird sich selbst noch zu Wort melden. Jetzt liest zuerst sein Anwalt eine schriftliche Stellungnahme.

10:04 Uhr

Die Personalien werden verlesen. Horst K. wirkt nervös. Richter geht auf den Stand "verheiratet" ein. "Dies trifft wohl nicht mehr zu. Man muss verwitwet sagen". Horst K.:"Ja".

10:00 Uhr

Horst K. trägt einen schwarzen Anzug und ein weißes Hemd. Sein Gesicht, fast regungslos.

9:59 Uhr

Es geht los. Er wird hereingeführt.

9:52 Uhr

Immer noch nichts. Im Gerichtssaal wird sich rege unterhalten. Nicht nur über den Mord. Auch über Gerichtsshows wie Alexander Hold.

9:46 Uhr

Wir warten immer noch. Die drei Schwestern von Grace K. sprechen immer wieder leise mit der Dolmetscherin.

9:36 Uhr

Der Polizeiwagen mit dem Angeklagten Horst K. steht im Stau. Wir müssen warten.

9:25 Uhr

Drei Philippina betreten den Saal. Eine sichtlich mitgenommen. Die beiden anderen gefasst. Es sind die Schwestern von Grace K. .

9:20 Uhr

Ein Nachbar erzählt, dass er das Opfer kannte. Grace K. ist auf dem Weg in die Arbeit an seinem Garten vorbei gelaufen.

9:18 Uhr

Der Saal füllt sich langsam. Einige Menschen aus der Nachbarschaft sind gekommen um den Prozess zu verfolgen.