Audi: Stadler beurlaubt – Schot wird Interrimschef – Betriebsrat und Gewerkschaften begrüßen Entscheidung

Der Aufsichtsrat hat seine Entscheidung über die Besetzung des Chefpostens bei Audi gefällt. Audi-Chef Rupert Stadler ist nach seiner Verhaftung jetzt beurlaubt worden. Demnach wurde am Dienstagmittag eine Entscheidung im Aufsichtsrat gefällt. Vorläufiger Audi-Chef wird jetzt der derzeitige Vertriebschef Bram Schot.

Der Audi-Betriebsrat und die Gewerkschaften haben die Entscheidung begrüßt. Es sei eine belastende Situation für die Belegschaft und die Marke Audi – diese sollten nicht weiter darunter leiden. Das teilte Betriebsratschef Peter Mosch in einer Presseerklärung mit. Der vorläufige Audi-Chef Schot müsse Audi jetzt wieder in ruhigeres Fahrwasser bringen. Auch die Gewerkschaft IG Metall wünscht sich Sicherheit für die Mitarbeiter – es herrsche große Verunsicherung.

Am Montag war Audi-Chef Rupert Stadler wegen des Abgasskandals in Untersuchungshaft genommen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche ein Ermittlungsverfahren gegen Stadler eingeleitet und seine Wohnung durchsucht. Ermittler sollen dabei auch sein Telefon abgehört haben.

Stadler wartet im Untersuchungsgefängnis in Gablingen bei Augsburg auf seine erste Vernehmung. Er will offenbar am Mittwoch aussagen. Am Dienstag hat er sich mit seinem Verteidiger getroffen. Stadler wird vorgeworfen, schon seit 2015 von den Manipulationen an Dieselautos gewusst zu haben, diese aber wissentlich in Verkehr gebracht haben. Er soll zudem versucht haben, Zeugen zu beeinflussen – wegen Verdunklungsgefahr wurde er deshalb verhaftet. Er ist der bislang hochrangigste Manager, der im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre festgenommen wurde. — Audi ist einer der größten Arbeitgeber in der Region. (erl)

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2018-06-20T06:18:56+02:00
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