Notruf nicht ernst genommen: Augsburger Polizist muss Geldstrafe zahlen

Das Augsburger Amtsgericht hat den Polizisten, der einem Jugendlichen in einer Notsituation nicht geholfen hat, zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Polizist hatte zuvor gegen einen Strafbefehl in Höhe von 4.800 Euro Einspruch eingelegt. Jetzt muss er 6.000 Euro zahlen. Ein 16-Jähriger hatte am 29. März vergangenen Jahres den Polizeinotruf gewählt, da er an der Skateanalge in Stadtbergen bedroht wurde. Der Beamte der Augsburger Einsatzzentrale hatte den Jugendlichen abgewimmelt. Der 16-Jährige wurde kurz darauf brutal verprügelt. Er erlitt Prellungen und mehrere Blutergüsse. Bis heute hat er ein flaues Gefühl im Magen, wenn er an den Tag und den Tatort denkt:

Vor Gericht hat sich außerdem herausgestellt, dass bei der Polizei mehrfach Beschwerden über den 53-jährigen Beamten und dessen Verhalten und Wortwahl eingegangen sind. Er selbst erklärte, er sei an dem Tag genervt gewesen und habe den Ernst der Lage nicht richtig erkannt. Das tue ihm Leid und sei ihm auch peinlich. Der mittlerweile 17-Jährige war sich nicht ganz sicher, ob er die Entschuldigung annehmen soll:

Der Beamte hat eine Woche Zeit, um gegen das Urteil vorzugehen. Er will sich mit seinem Verteidiger beraten. Dem Opfer hat er, neben einer Entschuldigung, außerdem ein zusätzliches Schmerzensgeld von 500 Euro zugesichert. (dc/ah/jeh)

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https://www.rt1.de/polizist-wegen-vorsaetzlicher-koerperverletzung-vor-gericht-17528/
2017-02-16T17:13:52+01:00
HITRADIO RT1 Augsburg