Prozess in Augsburg: Sieben Wochen altes Kind fast zu Tode geschüttelt

Vor dem Landgericht Augsburg muss sich seit heute (25.09.) ein junger Mann verantworten, der versucht haben soll seine Tochter zu töten. Er gestand das sieben Wochen alte Kind geschüttelt haben. Es erlitt unter anderem eine Hirnblutung und wird sein Leben lang ein Betreuungsfall bleiben. Die Tat ist offenbar in einem Augsburger Krankenhaus passiert, in dem der Säugling wegen einer anderen Sache behandelt wurde.

Der 24-Jährige Angeklagte ließ zu Beginn der Verhandlung über seinen Anwalt eine Erklärung verlesen. Darin gestand er, das Mädchen in der Klinik kurz geschüttelt zu haben. Eine Tötungsabsicht stritt er ab. Das Mädchen habe sich am Essen verschluckt, das er ihr kurz zuvor gegeben hatte. In der Verhandlung sagte unter anderem die Mutter des Kindes aus. Sie beschrieb ihren ehemaligen Partner als eifersüchtig und zwischenzeitlich aufbrausend. Sein Kind habe er aber über alles geliebt und sich immer gut gekümmert. Handgreiflich sei er nie geworden. Die Aggressionen bestätigte auch die Bewährungshelferin des Angeklagten. Er sei hin und wieder überfordert und wisse nicht, wie er richtig reagieren soll. Manches fasse der 24-Jährige als persönliche Provokation auf, wobei er selbst dann ebenso konfrontativ reagiere.

Nach der mutmaßlichen Tat wurde das damals sieben Wochen alte Kind umfangreich untersucht. Dabei stellten die Ärzte unter anderem mehrere verheilte Rippenbrüche fest. Woher diese kommen, ist unklar. Die Mutter des Kindes sagte aus, ihr damaliger Partner habe ihr erzählt, das Kind sei ihm beim Schlafen vom Bauch gerutscht und auf den Boden gefallen. Durch das Schütteln erlitt das Kind eine Hirnblutung. Der Mutter zufolge kann ihre Tochter nur über eine Magensonde ernährt werden und habe weitere körperliche Probleme. Das Kind ist bei einer Pflegefamilie untergebracht.

Dem Angeklagten droht bei einer Verurteilung eine lange Haftstrafe. Ein Urteil könnte noch in dieser Woche gefällt werden. (ff/az/dc)

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2018-09-25T15:46:24+02:00
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