Spenden für krebskranke Kinder unterschlagen – Ehepaar zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt

Das Augsburger Amtsgericht hat das Urteil gegen die ehemaligen Vorstände des Vereins „Kinderkrebshilfe Bayern“ aus Adelsried gesprochen. Das mittlerweile getrennt lebende Ehepaar hatte vorgegeben, Geld für krebskranke Kinder zu sammeln, teilweise hatten sie auch mit Fotos kranker Kinder geworben. Den Großteil der Spenden – fast 130.000 Euro – steckten die beiden aber in die eigene Tasche und finanzierten sich damit ein luxuriöses Leben. Dafür wurde die Frau zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten und der Mann zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Außerdem müssen beiden jeweils 40.000 Euro an Organisationen zahlen, die sich wirklich um krebskranke Kindern kümmern. Vor dem Urteil hatten Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung stundenlang hinter verschlossenen Türen einen Deal ausgehandelt. Die Staatsanwaltschaft hatte sich nach eigenen Angaben darauf eingelassen, weil krebskranke Kinder mit dieser Strafe so viel Geld wie möglich bekommen. Um den Schaden wieder gut zu machen, ist das Haus des Ehepaars inzwischen zwangsversteigert worden. Durch den Deal müssen die rund 150 Opfer des Spendenbetrugs nicht in einem langwierigen Verfahren vor Gericht als Zeugen aussagen. Einer der beiden Verteidiger kündigte gegenüber RT1 bereits an, nicht gegen das Urteil vorzugehen. (cg)

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https://www.rt1.de/spenden-fuer-krebskranke-kinder-unterschlagen-ehepaar-zu-bewaehrungs-und-geldstrafen-verurteilt-92074/
2019-02-14T15:28:59+01:00
HITRADIO RT1 Augsburg