Urteilsverkündung: Augsburger Bahngleis-Stoßer kommt frei

Ein Mann, der im März versucht hat, einen Reisenden vor einen einfahrenden Zug am Augsburger Hauptbahnhof zu stoßen, ist jetzt vom Landgericht für schuldunfähig erklärt worden. Der 30-jährige litt laut eigener Aussage unter Wahnvorstellungen und fühlte sich von Salafisten verfolgt. Seit dem Vorfall befand er sich in einer Psychiatrie in Kaufbeuren. Das Gericht entschied gestützt auf das Gutachten der behandelnden Ärzte dort. Seine Einweisung wurde gegen eine Bewährungsauflage aufgehoben. Die nächsten fünf Jahre muss er regelmäßig zur psychiatrischen Ambulanz in Augsburg. Dort wird unter anderem kontrolliert, ob er seine Medikamente einnimmt. Sonst könnte er im Wahn wieder den Drang verspüren, Menschen töten zu wollen, so ein Psychologe vor Gericht. Der 30-jährige hatte den anderen Mann, der zu diesem Zeitpunkt einen längeren Bart trug, für einen Salafisten gehalten und war gegen ihn mit Anlauf gerannt. Der andere geriet ins Taumeln, konnte aber das Gleichgewicht halten. (sh)

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2017-11-18T07:25:46+01:00
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